Pseudoradikuläre Beschwerden

Pseudoradikuläre Cervicobrachialgien oder Lumboischialgien ähneln durch ihren Ausstrahlungscharakter radikulären Beschwerden, sind aber nicht durch einen Druck auf die Nervenwurzel (Radix= Wurzel) verursacht, sondern durch Druck auf die Umgebung des Nervenursprungs.

Die häufigsten vom Hals in den Arm (= Cervicobrachialgie), oder von der Lendenwirbelsäule in das Bein, (= Lumboischialgie) ausstrahlenden Schmerzen sind pseudoradikulär.

Am Arm sind sie auch von einem Carpaltunnelsyndrom, einer Einengung des Medianusnerven, handflächenseitig, in Höhe des Handgelenks neurologisch zu differenzieren. Eine Beugung der Hand verstärkt dabei das Kribbeln in den drei daumenseitigen Fingern handflächenseitig.

Eine Lumbago oder „Hexenschuss“ bezeichnet die plötzliche, stark schmerzhafte Verkrampfung des unteren Rückens, während bei der Lumboischialgie oder dem so genannten „Ischias“, der Schmerz über den Ischiasnerv hinten in das Bein zieht. Kann das gestreckte Bein im Liegen, schmerzbedingt nicht mehr gehoben werden (=positives Laseque Zeichen) spricht dies für einen Bandscheibenvorfall, der durch MRT oder CT abgeklärt werden müsste, wenn die Beschwerden trotz Behandlung anhalten oder Taubheitsgefühl und Lähmungen, v.a. der Fußmuskulatur dazu kommen.