Kreuzbeinintegration

Eine einfache Lösungsmöglichkeit auf ortho-bionomischer Basis zur Lösung von Verspannungen und Blockaden der LWS sowie im ISG- bzw. Kreuzdarmbeingelenks- und hinterem Hüftbereich bietet die Integrale Kreuzbeinintegration.

Nach Auflösung einer ev. Beckenverwringung sowie einer Verspannung der Schambeinfuge wird in Bauchlage beidseits nacheinander der gleichseitige Beckenrand zu einem Verspannungspunkt über den ISG oder neben der Wirbelsäulenmitte, über den kleinen Wirbelgelenken gerade soweit sanft angehoben und gehalten, bis sich dieser auflöst. Normale Blockaden lösen sich meist in weniger als einer Minute, chronische brauchen auch schon Mal mehrere Minuten. Die Position wird mit dem  Tastfinger auf dem jeweiligen Gelenk solange gehalten, bis keine Reaktion mehr unter dem Finger zu spüren ist und eine deutliche Entspannung und völlige Schmerzfreiheit eingetreten ist.

Anschließend werden, wenn dies angenehm ist, beide Beckenknochen vorn mit einem Kissen unterlagert. Dadurch wird das Darmbein leicht nach hinten geschoben. Anschließend wird das Kreuzbein sanft in die angenehmste Richtung verschoben. Dazu wird der Handballen handbreit über der Gesäßfalte auf das Kreuzbein gelegt und ein Verspannungspunkt in der Gesäßmuskulatur oder über dem Beckenrand mit einem Finger der anderen Hand gedrückt. Wird das Kreuzbein in die richtige Richtung geschoben, verschwindet in der Regel der Verspannungspunkt. Zunächst wird nach oben oder unten geschoben und einige Minuten gehalten. Verbleiben noch Schmerzpunkte über dem Kreuzdarmbeingelenk oder im Gesäß erfolgt dann eine seitliche Verschiebung und ev. auch eine Drehung.

Ein Steißbeinschmerz ( Coccygodynie) kann genauso über das Kreuzbein behandelt werden mit Kontrolle der richtigen Bewegungsrichtung über den Druckschmerz am Steißbein. Die Steißbeinspitze wird dabei sanft nach vorn gedrückt und das Kreuzbein mit der anderen Hand in der schmerzlindernden Position gehalten. In der Regel entspannt sich das Steißbein durch Kippen des Kreuzbeins nach unten. Wenn sich zuvor für die ISG die freie Behandlungsrichtung nach oben gezeigt hat, ist dies ein Hinweis auf eine Verspannung in gegensätzliche Richtungen, die der Körper alleine nicht lösen kann und die nur nacheinander gelöst werden kann.

Schmerzen im unteren Gesäßbereich, die nach unten ausstrahlen können auch durch eine Verspannung des Piriformis Muskels oder der hinteren Hüftbänder ausgelöst werden, die vom Kreuzbein zum Hüftknochen ziehen. Zunächst werden die druckschmerzhaften Bandansätze am seitlichen Kreuzbeinrand durch Anheben des gegenseitigen Beckenkamms entlastet. Anschließend wird durch Drehung des gebeugten Unterschenkels die entspannteste Lage für den Piriformis gesucht und der Unterschenkel dort gehalten. Dann werden Kreuzbein und Hüftknochen zusammen geschoben. Letzteres gilt auch für eine hinteren Hüftschmerz, mit Druckschmerz am großen Rollhügel, der gelegentlich mit einer Schleimbeutelentzündung auftritt.

Für die ortho-bionomische Behandlung der Brustwirbelsäule wird die gleich- oder gegenseitige Schulter oder Rippenregion in Bauchlage soweit angehoben bis der jeweilige Druckschmerz an der Wirbelsäule verschwindet und diese Position 1-2 Minuten gehalten.
Für die Lendenwirbelsäule von großer Bedeutung ist auch eine druckschmerzhafte Blockade der 12 Rippe. Diese wird bei der häufigsten Form der Beckenverwringung, die mit einer Rechtsverdrehung des ganzen Körpers verbunden ist, meist rechts nach hinten oben zum Rumpf hin gehoben und links nach vorne zum Bauch hin geschoben und jeweils für 1-2 Minuten sanft gehalten.

Für eine selbständige Lösung der ISG-Blockade ohne weiteren Behandler hilft nach Durchführung des Nabelreflex die abwechselnde Unterlagerung durch ein Kissen für einige Minuten.