Energiesteigerung

Alle spirituellen Traditionen kennen Methoden zur Steigerung der feinstofflichen Energie, einerseits zur Verfeinerung und Intensivierung der feinstofflichen Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit, aber auch zur Stärkung und Harmonisierung der geistigen, seelischen und körperlichen Kräfte. Den meisten Methoden gemeinsam ist eine Synchronisation der seelischen, geistigen, emotionalen und körperlichen Aktivität, z.B. durch Rezitation, Gesang, Gebet, Meditation, Atemübungen und stillem Sitzen oder rhythmische oder harmonische Körperbewegungen, oft unterstützt durch Trance induzierende Musik, insbesondere mit Trommeln.

In den letzten Jahrzehnten sind einige, überwiegend asiatische Heilmethoden zur Übertragung von feinstofflicher Energie in der esoterischen Szene bekannt geworden. Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Erweiterung meines therapeutischen Spektrums habe ich mich in einige davon einweihen lassen. Die hierzulande bekannteste Methode der Energieübertragung ist Reiki. Ein Wochenendkurs genügt, die jedem Menschen innewohnenden Energiekanäle zu aktivieren, über die feine Schwingungen mit einer wohltuenden Wirkung aufgenommen und weitergegeben werden können. Der zweite Grad intensiviert die Energie u.a. mit Hilfe von Symbolen.

Rosalyn Bruyere, nach eigenen Angaben die best erforschte Heilerin der Welt, arbeitet v.a. mit dem Kraftfeld der Erde, das über die Füße in den eigenen Körper und dort in den Klienten strömen kann. Die Ausbildung orientiert sich am Bezugssystem der Chakras. Die „energetische Wirbelsäulenaufrichtung“ leitet eine „spirituelle“ Energie in den Bereich des Kreuzbeines, lenkt diese entlang der Wirbelsäule hoch zum obersten Halswirbel und „verankert“ sie im Körper des Klienten. Als praktisches und sichtbares Zeichen ihrer Wirkung demonstriert sie u.a. das Verschwinden einer Beinlängendifferenz.

Das System Ilahinoor (arabisch= Licht Gottes) von Chiara Windrider verbindet Elemente der persisch-indischen Sufi Tradition mit dem Heilsystem der alten Ägypter und Chinesen, aber auch mit modernen Erkenntnissen der Hirnforschung und Neurologie.

Allen diesen und ähnlichen Heilmethoden gemeinsam ist die Bereicherung mit einer wohltuenden, belebenden und manchmal auch heilsamen Kraft auf den körperlichen, seelischen und geistigen Ebenen. Bedenklich ist die Gefahr, insbesondere bei medizinischen Laien im Zuge einer Überschätzung ihrer Wirkung, andere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen zu versäumen. So warnt auch Klaus Weber davor mit der Nabelintegration die „ latenten Allmachtsphantasien mancher Therapeuten zu triggern, die vielleicht viel wahrnehmen, aber deren Interpretation nicht unbedingt der Wirklichkeit des Patienten entspricht“ (W/W*). Auch wird nicht ohne Grund in allen antiken Traditionen die Weitergabe von Techniken zur Aktivierung der feinstofflichen Energiezentren mit einer langjährigen körperlich-seelisch-geistigen Schulung verbunden.

Die Ortho-Bionomy arbeitet ausdrücklich nicht mit einer Energieübertragung, sondern, wie auch die Akupunktur mit einer Befreiung und Harmonisierung körpereigener, blockierter Energien. Auch achtet sie darauf, den Patienten nicht mit einer Übertragung persönlicher Schwingungen zu belasten. So gehört zur Ortho-Bionomy Ausbildung nicht nur eine sehr weitgehende Vertiefung der Sensibilität auf allen Ebenen, sondern auch der Respektierung der Autonomie des Patienten. In der täglichen Praxis fällt es mir immer wieder schwer, die Balance zu finden, zwischen den Erwartungen der Patienten, möglichst schnell schmerzfrei und funktionsfähig zu werden und dem Anspruch der Ortho-Bionomy auf absichtslose Vorgehensweise, die dem Körper eine Entspannung anbietet, aber nicht aufzwingt. Wie auch im Hinblick auf die Kanalisation von zusätzlichen Energien, versuche ich mich aufmerksam und offen an das „vertrauensvolle Geschehen lassen“ zu halten.