Psycho- und Traumatherapie

Nabel- und Narbenreflex können vor und während einer Psychotherapie und anschließend, vor allem nach Stressphasen im Alltag angewendet werden. Grundsätzlich profitieren alle Patienten von einer Verbesserung der Körperwahrnehmung und des Allgemeinbefindens durch die regelmäßige Anwendung der Integrationsreflexe. Die Konzentration auf die Körpermitte und das Spüren des eigenen Körpers trägt aber auch wesentlich zur psychischen Stabilisation bei.

In der Traumatherapie ist bekannt, das durch ein Trauma ausgelöste und nicht verarbeitete Emotionen und Spannungen in der Muskulatur, im Bindegewebe, vor allem auch in Narben gespeichert werden können (siehe auch Somatic Experience (SE*), Peter Levine). Die manuelle Entspannung des Nabels sowie aller übrigen, störenden Narben bietet eine Bereicherung, insbesondere bei der körperorientierten Traumaarbeit. Bei der Durchführung der Integrationstechniken zeigt sich eine Korrelation zwischen der traumatischen Belastung in der Zeit der Narbenentstehung, der Berührungsempfindlichkeit der Narben und ihrer Behandlungsrelevanz. Der sensible Therapeut kann bei Berührung einer stark traumatisch belasteten Narbe das Ausmaß und die Qualität der gespeicherten, traumatischen Emotionen, die Atmosphäre der Traumasituation, die seelische Verfassung sowie das ungefähre Alter des Patienten zum Traumazeitpunkt spüren (Traumatherapie: „Affektbrücke“).

Von besonderer Bedeutung sind die achtsame und liebevolle Präsenz und das ausreichend lange Verweilen in der seelischen Verbindung, die bei dieser Art der Körpertherapie entsteht. Dem Therapeuten obliegt es auch zu spüren und zu fragen, für wieviel Lösungsarbeit der Patient bereit ist. Schwerer traumatisierte Patienten werden nur ganz sacht, so zu sagen tröpfchenweise mit dem Traumaerlebnis konfrontiert (SE: „Titration“ sowie „Pendeln“), entgegen dem sonst geltenden Prinzip, möglichst alle Narben in einer Sitzung zu behandeln.
Bei der Narbenbehandlung können Emotionen frei gesetzt werden, die seit dem Traumazeitpunkt im Körper angestaut waren. Oft spürt der Therapeut diese zuerst, weil der Patient sie nicht integriert hat.

Beim Traumapatienten muss die Vorgehensweise immer wieder auf positive Ressourcen zurückgreifen, in dem der Patient bei zu starker vegetativer Reaktion in das Hier und Jetzt zurückgerufen oder falls hilfreich zum tiefen Atmen etc. aufgefordert wird. Durch die Kopplung mit dem Nabel als zentrale Kraftquelle besteht bereits eine Kopplung mit einer positiven Ressource auf die der Patient auch zuhause immer wieder zurückgreifen kann. Durch die Narbenbehandlung und die entsprechende, psychotherapeutische Traumatherapie stehen dem Patienten blockierte Energien des Traumas wieder zur Verfügung und er verbraucht keine Energie mehr damit, Emotionen zu unterdrücken.

Bei der Behandlung von Borderline* oder anderen psychisch belasteten Patienten zeigt sich immer wieder eine überdurchschnittliche, körperliche und seelische Sensibilität sowie Reaktionsfähigkeit auf die Integrationstechniken. Oft müssen Nabel oder Narben erst energetisch behandelt werden, bevor diese Patienten eine Berührung tolerieren. Psychotherapeutisch unerfahrene Therapeuten sollten sich sehr zurückhaltend verhalten.

Typische Muskel- und Fasziengruppen, die bei emotionalem Stress verspannen und diesen oft auch speichern, sind der Hüftbeuger, der tiefe Rückenstrecker, die seitliche Oberschenkelmuskulatur, die Nackenstrecker und die Kiefermuskeln. Wie stark Körper und Seele verbunden sind, zeigt sich auch daran, dass eine muskuläre, durch Verspannung des Hüftbeugers bedingte Arm- und Beinlängendifferenz, allein durch Konzentration auf ein stressgeladenes Ereignis provoziert und durch seelische Öffnung für Ressourcen (z.B. Licht und Liebe) wieder ausgeglichen werden kann. In Gelenken gespeicherte, unverarbeitete Emotionen können Ursache chronischer Irritationen und Blockaden sein.  Besonders ausgeprägte emotionale Reaktionen und Überlastungen hinterlassen auch ein Traumaäquivalent in energetischen Umfeld des Körpers, der sogenannten Aura.

Der Nabel kann möglicherweise als Sitz unseres „Urtraumas“, der mechanischen und energetischen Abkopplung von der Einheit mit der Mutter betrachtet werden. (Vergleiche dazu auch Almaas*: Die Essenz). Die Auflösung von mit dem Nabel,  Narben oder anderen faszialen Strukturen gekoppelten sowie außerhalb des Körpers gespeicherten Traumaäquivalenten befreit die damit verbundene Reaktionsstarre des vegetativen Nervensystems und generalisierte Faszienverspannung und öffnet die mit viel Energieaufwand verschlossen gehaltene emotionale Kellertür. Der Patient gewinnt seine vegetative und fasziale Regulations- und emotionale Schwingungsfähigkeit zurück.

Je nach bewusster und v.a. unbewusster Resonanz mit den frei werdenden emotionalen Schwingungen des Patienten wird auch das energetische und fasziale System des Therapeuten belastet. Grundsätzlich sollte daher jeder Therapeut die Integrationstechniken, vor allem die Nabel- Halsintegration und die Auraentlastung nicht nur  nach ausgeprägten Stressphasen, sondern nach jedem Behandlungstag, ggf. auch schon nach jedem energetisch aufreibendem Patientenbezug, bei sich selbst anwenden, um seinen Patienten als ein ausgeglichenes Instrument zu dienen und diese und sich selbst nicht zusätzlich zu belasten.