Akupunktur löst Blockaden des Chi und fördert das Zusammenspiel körpereigener Heilungskräfte.

Aus Sicht der chinesischen Medizin ist Gesundheit der freie Fluss der Lebensenergie Chi und das Gleichgewicht ihrer beiden polaren Grundkräfte Yin (Entspannung) und Yang (Anspannung).

In der Orthopädie entsprechen einem Überwiegen des Yin:

  • chronische, degenerative Krankheiten wie Arthose
  • Symptome wie Muskelschwäche, Kribbeln, Taubheit und Kältegefühl

Einem Überwiegen des Yang entsprechen:

  • Muskelverspannungen
  • Entzündungsreaktionen

Akupunktur hilft die Blockade des Chi, z. B. in verspannten Muskeln und Gelenken zu lösen und das harmonische Zusammenspiel der körpereigenen Heilungskräfte wiederherzustellen.

 

Anwendung der Akupunktur nach osteopathischer Basisdiagnostik und Entstörung sowie sanfter manueller Lösung von Verspannungen und Blockaden

Aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist Gesundheit der freie Fluss der Lebensenergie Qi (oder Chi) und das Gleichgewicht ihrer beiden polaren Grundkräfte Yin (Entspannung) und Yang* (Anspannung). Diese stehen für entgegengesetzte, aber aufeinander bezogene Kräfte oder Prinzipien. Das Symbol der ineinander greifenden, schwarzen und weißen Spirale weist auf den inbegriffenen Wandlungscharakter hin.

Der Mensch verfügt über die beiden polaren Urkräfte in Form einer der konstitutionellen Veranlagung entsprechenden Erbenergie, der aus der Erde (Yin) aufgenommenen Nahrungsenergie und der kosmischen, vom Himmel (Yang) aufgenommenen Atemenergie. Daraus bildet er die vierte Energieform, die Abwehrenergie.

Das Qi wird in der Mitte des Körpers regeneriert und von dort in den Körper geleitet. Die beiden weiteren „Schätze“ sind Shen, der Geist, der dem göttlichen Aspekt des Menschen entspricht, mit Sitz im Herzen und Jing, die Essenz, oder Basis des Lebens, die auch der Erbenergie entspricht und in der Niere gespeichert wird.

Die Akupunktur wurde Funden von Steinnadeln zufolge, bereits vor 5000 Jahren in China eingesetzt. Ausgehend von der örtlichen Behandlung schmerzhafter Regionen, fanden sich Punkte von denen aus eine heilende Wirkung auf entfernt liegende Körperteile oder Organe spürbar wurde. Umgekehrt zeigt sich bei Erkrankungen des entsprechenden Körperteiles eine Veränderung dieser Punkte in Form von Druckschmerzhaftigkeit oder Verquellungen.

Die Verbindung, der einem der zwölf chinesischen Organe zugeordneten Punkte, ergibt die so genannten Meridiane. Dies sind zwölf bzw. vierzehn über die Körperoberfläche ziehende Energiebahnen, die sich über, mit inneren Organen korrespondierende Bahnen zu Kreisen schließen. Die in diesen Bahnen kreisende Lebensenergie soll die beiden polaren Grundkräfte Yin und Yang im Gleichgewicht halten. Störungen dieses komplizierten Zusammenspieles äußern sich zunächst in Befindungs- und Funktionsstörungen, später in Krankheit.

Durch Blockaden von Gelenken und Verspannungen von Muskeln und Faszien ist der Fluss des Qi durch Bindegewebe, Organe und Meridiane unterbrochen. Die Regulationsfähigkeit zwischen Entspannungszustand (Yin), bzw. Parasympathikus und Leistungszustand (Yang), bzw. Sympathikus ist gestört. Bei orthopädischen Krankheitsbildern entsprechen einem Überwiegen des Yin die chronischen, degenerativen Krankheiten und Zustände mit Muskelschwäche, Kribbeln, Taubheit und Kältegefühl. Einem erhöhten Yang-Zustand entsprechen die akuten, schmerzhaften Erkrankungen, meist verbunden mit Muskelverspannungen und Entzündungsreaktionen. Die freien Nervenendigungen im Bindegewebe melden einen Energiemangel oder -überschuss durch Schmerz. Durch Nadeln bestimmter, anatomisch genau definierter Akupunkturpunkte lösen sich Blockaden und Verspannungen, der Energiefluss kommt wieder zustande, das Schmerzsignal verschwindet.

Untersuchungen des Anatomen Prof. Heine aus Herdecke zeigten 1995 das die meisten Akupunkturpunkte den Durchtrittsstellen kleiner Nervengefäßbündel im Fasziensystem entsprechen. Prof. Helene Langevin und Thomas Myers (s. Literatur) sehen eine Verbindung von Meridianen und dem Fasziensystem. Die Verknüpfung von Meridianen, Akupunkturpunkten und dem Fasziensystem mit seinen zahlreichen freien Nervenendigungen erleichtert die wissenschaftliche Erklärung der Wirkungsweise der Akupunktur. Langevin konnte sogar langfristige Veränderungen im Hinblick auf das genetische System und die Proteinsynthese sowie die Programmierung des Bewegungsmusters feststellen (siehe auch bei Schleip).

Ein positiver Einfluss auf Verspannungen des Fasziensystemes lässt sich besonders durch „Verwirbelung“ der Nadeln auslösen. Die Wirkung von Akupunktur sowie faszialen Behandlungen kann auch dadurch erklärt werden, das durch die Stimulation von Wahrnehmungszellen der Zwischenzellsubstanz bestimmte flüssige Botenstoffe des Gehirns (Enkephaline) freigesetzt werden, welche die Wirkung schmerzfördernder Eiweiße im Körper und die Aktivität schmerzleitender Fasern dämpfen (Kovacs).

Diagnostik und Therapie erfolgen in der TCM auch im Bezug auf die Wandlungsphasen der fünf Elemente: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Zur TCM gehören weiterhin die Ernährungsberatung, sowie die Rezeptur von biologischen Heilmitteln, die überwiegend aus getrockneten Kräutern in Form von Tees zubereitet werden. Auch eine spezielle Massageform, die Tuina-Massage, sowie Anleitungen zur Körper- und Seelenpflege in Form des Qi Gong*, sind ein Teil der TCM, dessen Ziel die Harmonie von Körper, Geist und Seele ist.